Schon länger geistert mir eine Idee im Kopf herum, die ich gerne ausprobieren möchte. Doch von Anfang an.
Das „Problem“:
Als Selbstversorger kommen viele auch auf die Idee, einen Teil der Ernteerträge zu verarbeiten und weiter zu verkaufen, um ein kleines Einkommen auf Grundlage ihrer Selbstversorgung zu generieren. Auch wir haben schon öfters darüber nachgedacht. Gerade weil wir auch beide sehr gerne kochen.
Das Problem stellen nun die Vorschriften zum „in-Verkehrbringen-von-Lebensmitteln“ dar. Das markanteste Beispiel ist die notwendige Gewerbeküche. Eine vorschriftsmäßige Küche ruft eine Investition hervor, die sich über den Verkauf von ein paar Gläsern Marmelade kaum wieder erwirtschaften lässt.
Über diese Schwierigkeiten kamen wir zur Überlegung, dass wir so eine Küche ja auch gewiss nicht täglich brauchen würden und sie sich deshalb noch weniger rentieren würde. Wo bekommt man aber eine Küche für einen Tag her?
Vielleicht in einer Gewerbeküche einmieten? Das wäre doch eine schöne Idee. Unsere Nachforschungen ergaben, dass es in Berlin mittlerweile durchaus solche Angebote gibt. Nicht aber in der Prignitz, wo wir ja langfristig leben wollen.
Die Grundidee
Das brachte uns auf den Gedanken, dass man sich nach einem gastronomischen Betrieb in der Region umsehen könnte, der vielleicht an bestimmten Wochentagen eh geschlossen hat.
Gerade in einer wirtschaftlich schwächer strukturierten Gegend, kann ich mir vorstellen, dass es ein es hier eine Win-Win-Situation geben kann:
Wir mieten uns für einen Tag in die Küche ein und brauchen deshalb keine eigene finanzieren. Der Gastronom generiert ein Einkommen an einem Tag, an dem er eh geschlossen hat und der Umsatz demnach null gewesen wäre.
Nun hatten wir einen Lösungsansatz für das Problem „Gewerbeküche“.
Ein Netzwerk als Grundlage
Da wir ja bisher nur einen kleinen Garten haben, sind unsere Erträge nicht so groß, wie unsere Lust zum Verarbeiten. Daher kam die Überlegung hinzu, dass man ja Gartennachbarn oder landwirtschaftlichen Kleinbetrieben Ernteüberschüsse abnehmen könnte, um sie zu verarbeiten.
So hätten wir als Produzenten genug Rohstoffe / Lebensmittel und andere Gemüsegärtner, die vielleicht keine Lust oder Zeit zum Verarbeiten haben – hätten wiederrum ein neues Einkommen.
Selbst produzierte Lebensmittel könnten wir auch an Höfe die uns beliefert haben zurückgeben und so das Sortiment eines kleinen Hofladens sinnvoll ergänzen.
Uns sind noch mehr Vernetzungen und Überschneidungen in den Sinn gekommen.
Schlussendlich kamen wir auf die Idee das ganze irgendwie organisatorisch und rechtlich unter einen Hut zu bringen. Vielleicht als Verein oder Genossenschaft, der diese Kreisläufe bündelt und so vielen Kleinstbauern, regionalen Betrieben und Lebensmittelherstellern und Selbstversorgern eine Anlaufstelle bietet.
Wie findet ihr die Idee?
Das sind nur einige Grundüberlegungen, die wir euch hier mal in den Raum gestellt haben. Wenn ihr grundsätzlich damit etwas anfangen könnt, dürft ihr euch hiermit aufgerufen fühlen, die Idee voranzubringen.
Dazu hilft uns vor allem euer Feedback. Sollten wir einige interessierte Menschen zusammen bekommen, würden wir einen Rahmen schaffen, um gemeinsam an der Idee zu arbeiten.
Wir sind offen für alle, die Lust haben aktiv mitzuwirken. Auch wenn wir mit unserer Idee Regionen stärken wollen, ist eine großflächigere Vernetzung durchaus sinnvoll. Es ist also egal, wo ihr wohnt.
Ein erster Schritt den wir gemeinsam gehen könnten, wäre zunächst mal über die Idee als solche zu sprechen. Was stellt ihr euch vor, wie so etwas funktionieren könnte und wer welchen Nutzen davon hat? Wo liegen Chancen und/oder Stolpersteine?
Schreibt uns einen Kommentar oder eine E-Mail.
Stichwort Vernetzung: Ihr findet uns auch auf twitter und facebook.