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Channel: Selbstversorger-Gedanken – grüner Himmel
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vom Schrebergarten zum Kleinsthof

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IMG_0291In den letzten Tagen waren wieder in der Prignitz und haben dort eine sehr schöne Zeit verbracht. Über das Wetter habe ich ja im fnnf-Projektbeitrag berichtet. Heute möchte ich euch mal ein wenig von den für uns noch sehr neuen Erfahrungen berichten.

Bisher haben wir einige Beete in unserem IMG_0237340m2 Schrebergarten bewirtschaftet. In der Prignitz stehen uns fast 1,5 Hektar zur Verfügung. Auf der Fläche kann natürlich deutlich mehr angebaut werden, als wir für alle die dort direkt auf dem Hof wohnen, brauchen würden.
Aber Michael baut ja eben auch schon seit Jahren für den Verkauf auf einem Berliner Wochenmarkt (Seelower Straße / Prenzlauer Berg, Samstags 10-16Uhr) an.

 

Das sind erstmal ganz ungewohnte Dimensionen für uns. Dennoch eine angenehme Herausforderung und wir kommen einigermaßen zurecht. Ich habe zum Beispiel eine Reihe Erdbeeren gepflanzt, dass waren ganze 100 Pflanzen. Die Aussaat für eine einzige Reihe Möhren hat eine ganze Stunde gedauert. Aber eine Reihe auf dem Acker sind eben auch 30m am Stück.

Was uns wirklich viel Spaß bei der Arbeit macht, ist dass trotz der großen Flächen, alles per Hand gemacht wird. Na gut, es gibt schon einige größere Werkzeuge, die wir so in unserem Garten nie gebraucht hätten. Aber eben auch fast ausschließlich manuell betriebene Geräte. So zum Beispiel eine “Radhacke“. Ein genial einfaches Gerät zum Bearbeiten größerer Flächen. Da ich vor lauter Begeisterung bei der Arbeit kein Foto gemacht habe, schaut mal das tolle Video an. Hier wird auch die Handhabung erklärt:

Mit der Radhacke haben wir die Reihe für die Erdbeeren nochmals von Unkraut befreit und auch etwas glatt gezogen. Die Erdbeerpflanzen stammen übrigens alle aus unserem Garten. Dort ist das Erdbeerfeld so zugewuchert gewesen, dass ich erstmal eine ganze Menge Pflanzen entfernen musste, damit die verbleibenden überhaupt Platz zum Wachsen haben.

Es wurden Möhren, Schwarzwurzeln, Pastinaken und Petersilienwurzeln reihenweise auf dem Acker ausgesät. Anders als es bei großen landwirtschaftlichen Betrieben der Fall ist, können wir in Mischkultur anbauen, was dem Boden und auch den Pflanzen sehr zu gute kommt. Dünger sind auf dem Hof Kompost, Pferde- und Hühnermist.
Ansonsten haben wir noch zwei Reihen Zwiebeln neben den Erdbeeren gesteckt. Zwiebeln und Erdbeeren gelten als gute Nachbarn. Zwiebeln schützen die Erdbeeren z.B. vor Mehltau.

IMG_0244Außerdem haben wir noch Spargelpflanzen gesetzt. Ein tolles Gemüse, aber der Anbau lohnte sich im Schrebergarten einfach nicht. Der Platzbedarf ist schon recht groß. Dafür kann man ein angelegtes Spargelfeld gute 10 Jahre beernten.

Im Anzuchthaus haben wir weitere Aussaaten in Töpfen erledigt, pikiert und Wildpflanzen eingetopft. Die Wildkräuter sollen später gezielt im Garten einen Platz bekommen. Das Anzuchthaus ist im übrigen genau so ein Gewächshaus, wie ich mir gewünscht hatte. Das war mir nach all den neuen Eindrücken und dem ersten Besuch gar nicht bewusst. Brauchen wir also nicht mehr bauen, gibt es schon! *freu*

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Zwischendurch haben wir uns noch um die Tiere gekümmert. Aber das ist bei 4 Hühnern, 1 Hahn, zwei Pferden und ein paar Hunden und Katzen keine allzu große Sache.
Bis auf die Hühner sind vorerst höchstens noch Enten und Bienen als Nutztiere geplant. Bienen aber wohl auch frühestens im nächsten Jahr. Für die Enten müsste erstmal ein schöner Teich angelegt werden.

Uns gefällt diese klein gehaltene Landwirtschaft sehr gut. Sie ist arbeitsintensiv, aber dennoch sehr befriedigend. Außerdem sind wir ja nicht alleine, sondern mindestens vier Personen, die sich um die anfallenden Aufgaben kümmern.
Auch wenn oft jeder einer eigenen  Aufgabe nachgeht, sind wir ein tolles Team und vieles läuft Hand in Hand. Ich denke für uns ist so ein gemeinschaftlicher Hof wirklich das Beste. Wir haben auch öfters über was ganz eigenes nachgedacht, aber irgendwie würde dann etwas fehlen. Zum einen der enge soziale Kontakt, zum anderen hat jeder seine Fachgebiete und Vorlieben.

In diesem Jahr dürften wir mit unserem Wunsch nach Selbstversorgung jedenfalls ein erhebliches Stück näher kommen. Ich bin wirklich sehr gespannt auf die nächsten Monate.


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